Heim + Handwerk 2011, Halle 2 Stand: A2.223

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Sonderschau: Auf einer Wellenlänge

Farbenfroh und dynamisch: Die Künstlerin Marie-Luise Heller wandelt zwischen Op und Pop Art.

Objekt Marie-Luise Heller Objekt Marie-Luise Heller Objekt Marie-Luise Heller Objekt Marie-Luise Heller Objekt Marie-Luise Heller

Marie-Luise Heller (1918-2009), die in München und Augsburg lebte, ließ sich von Matisse und Picasso, den sie persönlich kennenlernte, inspirieren, entfernte sich jedoch rasch von der Gegenständlichkeit. Nach und nach fand sie zu einem eigenen Stil und nutzte neue Materialien: Filzstift, Acrylglasguss und Plexiglas.

Sie verbindet in ihren Dia-Objekten die Farben des Pop mit Strukturen der Op-Art. Sie entwickelt eine unverkennbare Linie. Mit Plexiglas, einem neuen Werkstoff aus den 1950er Jahren, überwand sie das klassische Gemälde. Marie-Luise Heller malt auf zwei Ebenen mit Acrylfarben und entwickelt so – höchst raffiniert – eine völlig neue Transparenz. Die Durchsichtigkeit ist aber auch eine Herausforderung, denn das entstandene Bild konkurriert immer mit dem dahinterliegenden oder stehenden Bild, mit der Farbe und seinem Muster. Die Farben müssen also so dominant sein, dass sie den Blick des Betrachters gefangen nehmen. Sie nützt die Transparenz, um die Farben noch kontrastreicher zu präsentieren.

Das Material verlangt höchst präzises Arbeiten. Es werden geometrische Figuren konstruiert, optische Verschiebungen, Täuschungen, Mach`sche Streifen, das heißt für den Betrachter können die Muster kippen. Unser Auge will eine Form erkennen und muss sie schon wieder korrigieren. So interpretieren des Betrachters die Bilder ganz individuell. Die Orientierungsgrundsätze des Auges führen zu widersprüchlichen Informationen, es kommt zu einer dreidimensionalen Suggestion. Das Überlagerte und das sich Überlagernde verbinden sich zu räumlichen Einheiten oder klären sich auch deutlich als Fläche. Die Dia-Objekte erschließen sich in ihrer Gesamtheit erst durch den Öfteren Standortwechsel des Betrachters. Die Künstlerin nützt alle Möglichkeiten der Op-Art, um eine räumliche Komplexität zu entwickeln. Aus den geraden Linien werden Spiralen. Die Farbigkeit veränderte sich. Sie ist auf dem „Weg zur Schlangenform“ (Marie Luise Heller)

Objekt Marie-Luise Heller Die rationale Form und die homogene Farbigkeit assoziieren Präzision und Mathematik.

Dabei ist selbstverständlich nicht von der geometrisch exakten Spirale die Rede, die bereits Archimedes beschrieben hat. Vielmehr von einem Gebilde, das sich unregelmäßig aus einem Punkt in Umläufen entwickelt und weiterhin noch andere Wege sucht. Das vielschichtige Figur-Grundverhältnis vervielfältigt noch die Möglichkeiten. Die rationale Form und die homogene Farbigkeit, dazu als Träger Plexiglas, assoziieren von vornherein Präzision und Mathematik. Bilder mit farbigen Klebestreifen auf Papier belegen eindringlich das Bemühen der Künstlerin um konstruktiv-geometrische Lösungen mit Effekten der Op-Art. Ihre Entwicklung ging aber weiter. Als Ausgangsmaterial benutzte sie  matte, aber meist hochglänzende Klebestreifen aus Kunststoff und Leinen

1975 entstand eine Serie von Sprühbildern. Das Plexiglassystem wurde leicht abgewandelt, indem einige Teile abgedeckt und die Farben nicht ganz deckend aufgesprüht wurden, vielmehr leicht punktiert. Durch die „pointillistische“ Technik ergibt sich ein malerisches Gebilde, das die Mitte zwischen konstruktiven Tendenzen und ihrer pittoresken Auflösung hält. Sie wählt keinen politischen Ansatz, um die Kunst vom Elitären zu befreien, wie andere Vertreter dieser Kunstrichtung, die Kunst für alle mit Hilfe drucktechnischer Verfahren möglich machen. Sie sucht einen Weg, um die Farben der Zeit mit dem neuen Material und ihrer eigenen künstlerischen Sehweise zu verbinden.   

Objekt Marie-Luise HellerGabriele Reichold
Tel. 08133/92270
mobil: 0160/7417016
www.galerie-reichold.de

 

Ausstellung Marie-Luise Heller

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