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Interessantes rund um die Kunst
Kunst und Design der 50er und 60er Jahre

Die Distanz zu den 50er- und 60er-Jahren ist zwischenzeitlich so gewachsen, dass eine Einordnung zu einer Kunstepoche möglich ist. Es gibt eine Vorliebe für Kontraste, eine intensive Konzentration auf den Wohnbereich, die Wohnung als Fluchtraum, als privates Bollwerk nach außen. Was im Biedermeier die malerisch angeordneten Pflanzenarrangements und die liebevollen Sammlungen waren, sind in den bürgerlichen 50ern die neu erworbenen Souveniers aus Italien. Bauchige Ziervasen mit surrealistisch langgezogenen Schwanenhälsen werden zu angewandter Kunst. Farbenfrohe Wannensessel und weichgeschwungene Möbel, abstrakt gemusterte Böden, Tapeten und Vorhänge erinnern an Gemälde von Klee und Kandinsky. Es gab „Resopal a la Klee“ mit Calderschen Mobilemuster und mit Dreiecken und Farbfächern geschmückte Milchbars. Charles Eames, hat die Stromlinienform der 30er Jahr in seinen asymmetrisch skulptierten Formen eingearbeitet. Dem starken Wunsch nach Symmetrie und Materialkontrasten entsprechen die vielzitierten Nierentische. Kein Stil des 20. Jahrhunderts hat so viel Phantomcharakter wie die organisch geschwungenen konsumglatten und farbstarken Fünftiger. Trivial Design in Kombination mit ambitioniertem Design regen zu Experimenten an. In den 50ern wollen alle modern sein - Plaste und Elaste ist der Trend der Zeit. Die Hochschule für Gestaltung in Ulm in der Tradition des Bauhauses hat Maßstäbe in der industriellen Welt gesetzt. Künstlergruppen wie die Gruppe „Spur“ und „Zero“, das Informel der 50er Jahre und die monochrome Malerei sind bis heute wesentliche Kunstrichtungen. Designer wie Wilhelm Wagenfeld schufen weltbekannte Klassiker für die Serienproduktion.

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